Das Buch

Urs' Spaziergang um die Welt erzählt von dem nachhaltigen Zerfall unseres Lebensraumes und der Ignoranz der Menschheit vor der eigenen Zerstörung.
Aufgrund unterschiedlicher Zeiten auf der Erde gegenüber seinem sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegenden Heimatplaneten beobachtet Urs den von Menschen bewohnten Globus im Zeitraffer. Er verfolgt die Entstehung der Erde, ihre Schönheit, die Schöpfung der Menschheit, ihre anfängliche Liebe zueinander und ihre spätere eigene Vernichtung.
Die Weissagung der Seherin aus der Völuspá, dem ersten altgermanischen Götterlied der Lieder-Edda, erfüllt sich. Schicksalsmacht, nicht Göttermacht, ist die Fügung der Erde. Aber auch das Endzeitszenario, dass ein neuer Kosmos Pacedis entsteht, in dem nur Urs überlebt und belohnt wird für sein friedliches und naturbewusstes Leben.
Das Schicksal als Verflechtung von Zufall und Bestimmung wird sich als mächtiger erweisen als die Gottesmacht.

Die Geschichte

Urs lebt alleine in einer Höhle auf dem kargen Planeten Salinkari. Aufgrund der rasend-schnellen Expansion des Universums kurz nach dem Urknall bewegt er sich mit nahezu Lichtgeschwindigkeit, so dass seine Zeit relativ zur Erdzeit deutlich langsamer vergeht. Urs beobachtet so die Entwicklung der Menchheit auf der Erde im Zeitraffer. In seiner Einsamkeit sehnt er sich nach der Liebe, die er bei den Menschen sieht und verabscheut ihren aufkommenden Hass und ihre Kriege.
13,8 Milliarden irdische Jahre später erfährt Manolis von Arnos Entdeckung der Hintergrundstrahlung, die als Rudiment des Urknalls gilt. Arno, Manolis' ehemaliger Studienfreund, forscht als Radioastronom und tritt in Verbindung zu Urs. Im Dialog prophezeit Urs, dass die Erde nach der Sintflut keine zweite Chance mehr erhalten wird. Er nimmt seine Vorhersage aus der Völuspá, dem ersten Götterlied der altgermanischen Lieder-Edda. Eine Seherin berichtet dort von der Entstehung der Erde und deren Ende, einzig durch Schicksalsmacht bestimmt. Die Göttermacht verliert ihren Einfluß im Endzeitgeschehen Ragnarök. Ein neuer Kosmos Pacedis entsteht, in dem nur Urs überlebt und auserwählt wird für sein friedliches und naturbewusstes Leben.
Manolis glaubt weder an Arnos Dialog mit Urs noch an das prophezeite Endzeitszenario, dass zunächst die gesamte Menschheit am Doomsday aufgrund von Kriegen, grenzenloser Vermehrung und mangelnder Ernährung sowie der sich verselbständigenden Künstlichen Intelligenz enden wird. Manolis ist Theist und hofft auf die Güte Gottes, während Urs nur von der Bestimmung überzeugt ist.
Alsdann wird der menschenleere Erdball schließlich mit der Aquarius-Zwerggalaxie kollidieren, bevor das gesamte Universum im Big Crunch kollabiert.

Die Motivation

Το σεργιάνι μαζ στον κόσμο
ήταν δέκα μέτρα γηζ
όσο πιάνει ένα σπίτι
και ο τοίχοζ μιαζ αυλήζ
[Γιάννηζ Μαρκόπουλοζ ‐ Μάνοζ Ελευθερίου]
Unser Spaziergang um die Welt
waren zehn Meter Land
so viel wie ein Haus
und die Mauer eines Hofes
[Yannis Markopoulos ‐ Emmanouil Eleftheriou]


Wenn wir zu hoffen aufhören, kommt, was wir befürchten, bestimmt.
[Christa Wolf: Kein Ort, Nirgends]



Der Autor

Edgar Bernardi, beobachtender Physiker, versteht sich als emotionaler statt kopfgesteuerter Naturwissenschaftler. Seinem Debütroman Licht des Schattens, eine Coming-of-Age-Erzählung, folgte Der rot-blaue Boccalino über polarisierende Menschen in einem kleinen Tessiner Dorf.
In Zweistromland erzählt er vom Identitätsverlust der Ostdeutschen.
Sein Roman Zeitumkehr handelt von der Hoffnung der Umkehrbarkeit der Zeit.
Mit Was die Welt im Innersten zusammenhält bringt er Kindern die faszinierende Welt der Physik ohne Mathematik und Formeln näher. Die vorliegende Erzählung Urs' Spaziergang um die Welt ist eine zeitgeschichtliche Fiktion über die Entstehung und den Untergang der Welt.

Die Bezugsquelle

Manuskript in Arbeit | noch nicht verfügbar